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Shaun Tan

Wenn ich etwas aus Australien mitnehme, dann jenes hübsche Büchlein "The Arrival" von Shaun Tan, der eigentlich eher ein Kinderbuchillustrator ist und dessen Werke ich hier mehr als einmal durchgeblättert habe. Er ist das grafische Äquivalent zum magischen Realismus. The Arrival ist stolze 122 Seiten lang und kommt ohne ein einziges Wort aus. Die Bilder sind allesamt mit Bleistift gezeichnet und digital effektvoll nachbearbeitet, was aber nur diverse Sepiatöne sind. Im Buch geht es um einen namenlosen Protagonisten, der Frau und Kind verlässt, um in ein fremdes Land zu gehen. Die Gründe kann man nur erahnen, aber als sie das Haus verlassen, um zum Bahnhof zu gehen, sieht man ein eher verstörendes Bild von einer leeren Stadt mit fensterlosen Häusern und den Schatten von gespornten Drachenschwänzen. Es folgt ein Abschied und eine Reise mit Zug und schließlich mit einem Schiff über ein endloses (weindunkles, wie es Homer genannt hätte) Meer. Dann kommt es im neuen Land an. Welches erstaunlich fremd wirkt: Fischvögel fliegen durch die Luft, seltsame Gebäude und Transportmittel bestimmen das Bild jener unbekannten Metropole. Der Protagonist muss durch diverse medizinische Untersuchungen und etliche Befragungen und wird nach nervenaufreibenden Prozeduren endlich ins Land gelassen. Und dort findet er sich nicht zurecht. Alles ist fremd und sonderbar und er versteht es nicht. Merkwürdige Apparaturen und sonderbare Tiere, vertrauten Straßenszenen haftet etwas Fremdes an. Seine Uhr kann er nicht stellen, da die Zeit dort mit vielzackigen Sternen gemessen wird. Die Karten sind verwirrend und in einer Sprache, die unlesbar ist. Verständigen kann er sich auch nicht und behilft sich mit dem Zeichnen eines Bettes, was ihm dann weiterhilft. In seinem Zimmer springt aus einer Dose eines jener seltsamen Haustiere, das fortan sein Begleiter wird und einer Mischung aus Chamäleon, Hund und Ei ähnlich sieht. Am nächsten Tag will er sich Nahrung beschaffen und kommt mit dem öffentlichen Verkehrssystem nicht klar, das dort aus fliegenden Schiffen besteht. Eine junge Frau hilft ihm und es stellt sich heraus, dass sie auch vor Jahren eingewandert ist. Sie erzählt von Zwangsarbeit, einer endlosen Ofenmaschinerie und wie sie floh. Nach Gewohntem sucht er vergeblich: Sämtliches Gemüse erinnert ihn eher an Getier. Dort trifft er einen anderen Familienvater, der ihm Tipps gibt und ihm bei der Auswahl hilft und ihn schließlich zu sich einlädt. Auf dem Boot zum Haus springt aus einer Dose ein katzenartiges Vieh, das den Protagonisten an die Drachen in seiner Heimat erinnert und lässt ihn erschrecken. Es folgt die Erzählung des Familienvaters, die sehr beeindruckend umgesetzt ist: Das Bild zoomt auf die Augen, in denen Flammen zu sehen sind, bis man dann umblättert und auf das verstörendste Bild im ganzen Buch trifft. Auf Zwei Seiten wird eine Stadt von Giganten in Feueranzügen und mit brennenden Kanistern auf dem Rücken zerstört; die Menschen werden mit riesigen Trichtern eingesogen. Dem Familienvater gelingt es zu fliehen und als die Giganten fertig sind, bleibt von der Stadt nur polygonartige Felsen übrig. Er flieht zum neuen Land. Ich merke gerade, dass ich nicht das ganze Buch nacherzählen kann, aber ich denke, dass es auch viel Anklang bei anderen erwecken würde. Für mich hat es aber die besondere Bedeutung, dass auch ich eine derartige Reise in ein unbekanntes Land unternommen habe. Und das Buch werde ich natürlich mitbringen, so dass ihr es ebenfalls anschauen und anhimmeln könnt, ha!
Nebenbei seien noch zwei ungewöhnliche Dinge zu erwähnen, die ich in der letzten Woche getan habe:
Etwas beim Oversize im Flughafen abgegeben.
Eine Self-Check-Out-Kasse im Supermarkt benutzt.
Das ganze Shaun-Tan-Zeug hat meinen Kopf ziemlich mit Inspiration gefüllt und so bin ich morgens durch die Stadt gerannt und hab das Opernhaus und die Harbour Bridge abgezeichnet. Nunja. Entweder sollte ich richtig zu kiffen anfangen oder psychotisch werden, denn Fakt ist, dass ich nichts Vorzeigbares auf das Blatt gebracht habe. Gnarf. Aber ich gebe nicht auf!

Und ich bedanke mich natürlich ganz lieb bei meinen Eltern. (;
9.5.09 13:44
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


M&F (9.5.09 20:00)
Alles sehr interessant und man ist fast in der Storry drin-
mal sehen, ob die Zeichnungen so sind wie die Inspirationen...
Dank angenommen- hat alles geklappt?
LG M&F (Fredo, der sich sehr ins Zeug geschmissen hat, damit alles schnell klappt)



Luna (10.5.09 03:07)
Mein eigenes Illustrationstalent muss ich wohl erstmal wiederentdecken.

Hat alles geklappt und ich freue mich!

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